Diashow ...im echten Land...

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Pressestimmen

 

„...vier Wochen vor dem 200. Geburtstag Wagners setzte der Regionalverband mit einer Uraufführung eine glanzvolle Eröffnung seiner Bonner Wagnerfestwochen 2013... Die Produktion (...) wurde hier von zwei Tänzern (Simona Piroddi und Olaf Reinecke), zwei Sängern (Julia Kamenik und Matthias Minnich) und der musikalischen Leiterin Sybille Wagner als sensibler Pianistin am Flügel nicht nur musikalisch grandios gemeistert, sondern auch choreografisch (Bärbel Stenzenberger, auch Regie und Konzept) hervorragend auf den Museumsraum zugeschnitten... Poetisch verkörperten Piroddi und Reinecke das von Wagners Unruhe umhergetriebene Paar, das Kamenik und Minnich mit ihren raumfüllenden Stimmvolumina gesanglich hervorragend widerspiegelten. Die „große Form“ Wagners war bei Liedern wie „Im Treibhaus“ und „Träume“, die ja bereits Studien zu Tristan und Isolde sind, beeindruckend impliziert... Alle fünf Akteure tragen Dirigierstäbe in den Händen, dirigieren fünf verschiedene Takte und gestalten hitzig-erregte, distinguierte, verträumte und verspielte Gesten. Sie kompensieren die individuelle Suche nach dem „echten Land“, die jeder in sich trägt und die jeden an andere Orte treibt. Eine packende Uraufführung.“  

(General Anzeiger Bonn, Artikel vom 15.04.2013)

 

„...Viel Platz für Humor, nicht selten von Wagner selbst, gibt es, dazu entspinnt sich ein fröhliches Wechselspiel: Die Pianistin muss plötzlich tanzen, während der Bariton in die Tasten greift. Und zum Ausklang gibt man das Vorspiel aus „Tristan und Isolde“ – a-cappella indes: Die fünf Akteure geben dazu die Dirigenten. Und sie dirigieren nichts anderes als die Stille um sie herum. Ein feiner Auftakt der Festspielwochen, der Lust auf mehr Wagner macht.“  

(Rhein-Sieg-Anzeiger, Artikel vom 15.04.2013)

 

„Begierdentrunken und wie Laokoon verschlungen wälzte sich das Tanzpaar am Boden, während aus dem Hintergrund eine Stimme Wagners Briefe an seine erste Frau rezitierte: „O Minna – Mädchen – mit all meiner Inbrunst, deren die auf den höchsten Punkt gesteigerten Lust fähig ist ... kehre zurück zu mir!“ Das Bild war ebenso ergreifend wie die Symbiose aus Leidenschaft, zarter Liebe und fesselnden Worten perfekt war.

Dem Richard Wagner Verband Siegburg/Bonn und der Tanzkompanie „bo komplex“ ist mit der Produktion „...im echten Land... – Eine Reise zu Richard Wagner“ ein großer Wurf zum 200. Geburtstag des großen Komponisten gelungen. Im Laufe des Abends wurden Tänzer, Sänger, Pianistin und Auditorium im Stadtmuseum eins, verschmolzen mit den Treppen, Bühnenfläche, Arkaden, Brüstung, Licht und Ton zum Gesamtwerk. Das Funktionieren des Bündnisses gipfelte im finalen A-cappella-Vorspiel zu „Tristan und Isolde“, bei dem die Protagonisten sich zwischen den beiden Publikumsrängen versammelten und stumm mit Taktstock das nunmehr imaginäre, weil lautlos im Hintergrund schallende Werk dirigierten. In diesem Moment wagte niemand zu atmen, selbst die Außengeräusche auf dem Markt und am Himmel über der Kreisstadt schienen eine Pause zugunsten des Genusses gemacht zu haben.

Regisseurin und Choreografin Bärbel Stenzenberger hatte „bewusst auf die neue und die historische Ästhetik“ des Stadtmuseums gesetzt und hier („Siegburg musste es sein“) eine Mischung gefunden, „die sich trägt“. Mit bildender Kunst, Tanz und Wort wollte sie Wagner „ein Stück weit neu erschließen“. Chapeau! Denn auch wer Wagner weniger aufgeschlossen war, fand Gefallen an kurzweiligen eineinhalb Stunden... 17 Lieder und Kompositionen des Leipzigers brachte das Quintett auf die Bühne, mit fließenden Übergängen, zügig und ohne dramaturgische Pausen. Im Zeitraffer reisten das Tanzpaar (Simona Piroddi, Olaf Reinecke), die Pianistin Sibylle Wagner, Julia Kamenik (Sopran) und Matthias Minnich (Bariton) dem rastlosen Komponisten nach und gewährten Einblicke in ein intensives Leben voller Liebe und Musik... Freilich durften ein von Minnich grandios intoniertes „O du mein holder Abendstern“ und das von Kamenik förmlich gebetete und den Zuhörer mit seinen Höhen ergreifende „Allmächt’ge Jungfrau! Hör mein Flehen“ nicht fehlen.

Die szenische Ausgestaltung war subtil und unaufdringlich. Mehr Pomp und viel Durcheinander unter einer überdimensionierten Bettdecke und mit einem zum Brautschleier umfunktionierten Ballettröckchen gab es beim „Treulich geführt“ aus Lohengrin quasi als ein Ausrufezeichen am opulenten Abend!“  

(Rhein-Sieg Rundschau, Artikel vom15.04.2013)